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Moodle Hosting-Konzept

Dieses Dokument beschreibt die Abwägungen, Kostenbetrachtung und den Einführungsplan für die Moodle-Lernplattform der SAM in Chisinau.

1. Wachstumsplan

Phase Schuljahr Nutzer Situation
Ist-Stand 1 ca. 50 Zwei erste Klassen, bisher primär MS Teams
Startphase 2 ca. 100 Vier Klassen, Moodle wird eingeführt
Vollausbau langfristig ca. 500 Alle Jahrgänge, ca. 50 gleichzeitige Zugriffe im Normalbetrieb

2. Hosting

Vorgeschlagene Lösung: VPS bei internex (Wien)

internex ist ein österreichischer Anbieter mit persönlichem Support und bereits vorhandener Erfahrung im Betrieb. Das ist im Ernstfall wichtiger als ein minimal günstigerer Massenanbieter ohne gut erreichbaren Ansprechpartner. Für die Startphase ist internex daher die bevorzugte Lösung.

Phase Tarif Ressourcen Kosten ungefähr
Startphase, ca. 100 Nutzer VSERVER V4 4 Cores, 4 GB cRAM, 40 GB Speicherplatz ca. 4 €/Monat
Vollausbau, ca. 500 Nutzer VSERVER V8 8 Cores, 8 GB cRAM, 80 GB Speicherplatz ca. 5 €/Monat

Hinweis zum cRAM-Modell: Die internex Einstiegstarife arbeiten mit dynamisch zugeteiltem Arbeitsspeicher. Für den normalen Moodle-Betrieb in der Startphase ist das ausreichend. Bei Lastspitzen, etwa durch gleichzeitige Tests oder Prüfungen, muss beobachtet werden, ob ein Tarif mit garantiertem statischem RAM sinnvoller ist.

Auf demselben Server kann in der Startphase auch die Schulhomepage betrieben werden. Moodle und Homepage werden dabei logisch getrennt, etwa über getrennte Webspaces, Datenbanken, Berechtigungen und Backups. Dadurch bleiben die Systeme administrativ sauber getrennt, auch wenn sie auf demselben VPS laufen.

Alternative: Hetzner Cloud

Hetzner wäre die technische Alternative. Ein Tarif wie CX43 bietet 8 vCPU, 16 GB RAM und 160 GB SSD-Speicher und ist damit deutlich stärker dimensioniert als der internex-Einstiegstarif. Die Kosten liegen aber auch höher, etwa im Bereich von 16 bis 17 € pro Monat.

Technisch ist Hetzner sehr attraktiv und einfach skalierbar. Der Support ist aber stärker auf Infrastruktur und Hardware ausgerichtet. Software-, Linux- und Moodle-Fragen bleiben im Wesentlichen in der eigenen Verantwortung. Daher ist Hetzner eine gute Fallback-Option, aber nicht die bevorzugte Startlösung.

Weniger gut: Eigener Server in der Schule

Ein physischer Server in der Schule scheidet für Moodle als primärer öffentlicher Dienst aus. Für einen zuverlässigen Betrieb wären unterbrechungsfreie Stromversorgung, stabile Internetanbindung, Monitoring, Backup und ein entsprechendes Betriebskonzept notwendig.

Ein VPS im Rechenzentrum ist für Moodle deutlich einfacher, günstiger und zuverlässiger zu betreiben. Dort stehen Stromversorgung, Klimatisierung, Netzwerkanbindung und grundlegende Infrastruktur bereits professionell zur Verfügung.

Ein lokaler Schulserver wird trotzdem betrieben, aber für interne Dienste wie DHCP, DNS, PXE und Git. Moodle und Homepage laufen extern.

3. Integration mit Microsoft 365

Moodle wird über die Microsoft-365-Plugin-Suite mit M365 verbunden. Das reduziert den administrativen Aufwand deutlich und nutzt bestehende Benutzerkonten und Dateiablagen weiter.

Single Sign-On

Moodle wird über OpenID Connect mit Microsoft Entra ID gekoppelt. SchülerInnen und LehrerInnen melden sich mit ihren bestehenden Microsoft-Zugangsdaten an. Moodle kann das Benutzerkonto beim ersten Login automatisch anlegen.

Dadurch entfallen getrennte Moodle-Passwörter, manuelle Benutzerpflege und Excel-Listen für Benutzerimporte. Voraussetzung ist, dass Microsoft 365 Education weiterhin als zentrale Identitätsplattform verwendet wird.

OneDrive als Dateiablage

LehrerInnen können Unterrichtsmaterialien aus ihrem schulischen OneDrive in Moodle-Kurse einbinden. Dadurch müssen größere Dateien nicht zwingend direkt am Moodle-Server gespeichert werden.

Das entlastet den Speicherplatz des VPS und macht den kleinen V4-Tarif für die Startphase realistischer. Gleichzeitig bleibt die gewohnte Dateiablage in Microsoft 365 erhalten.

4. Rahmenbedingungen

Internetanbindung

Für den Moodle-Betrieb wird eine stabile Internetanbindung am Schulstandort vorausgesetzt. Vor dem Produktivstart sollten Bandbreite, Latenz und Stabilität praktisch getestet werden, besonders mit mehreren gleichzeitigen Zugriffen aus Klassenräumen und Laboren.

Moodle-Lizenz

Moodle ist Open Source und steht unter der GNU GPL. Es fallen daher keine nutzungsabhängigen Lizenzgebühren für Moodle selbst an. Kosten entstehen vor allem durch Hosting, Betrieb, Wartung, Backups und Administration.

Datenschutz und DSGVO

Der Betrieb auf Servern in Österreich erleichtert eine DSGVO-konforme Umsetzung. Entscheidend ist aber nicht nur der Serverstandort, sondern auch die organisatorische und rechtliche Umsetzung.

Notwendig sind insbesondere ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hosting-Anbieter, klare Berechtigungen, ein Backup- und Löschkonzept sowie eine Dokumentation der Verarbeitung personenbezogener Daten. Der Zugriff aus Chisinau auf einen EU-Server ist technisch unproblematisch, sollte datenschutzrechtlich aber sauber dokumentiert werden.

5. Einführungsplan

  1. VPS bei internex buchen und Ubuntu Linux sowie Plesk oder eine vergleichbare Verwaltungsoberfläche einrichten lassen
  2. DNS-Einträge setzen, Subdomain für Moodle einrichten und SSL-Zertifikate über Let's Encrypt aktivieren
  3. Moodle installieren, Datenbank einrichten, PHP OPcache aktivieren, Upload-Limit setzen und Moodle-Cron konfigurieren
  4. Getrennte Webspaces, Datenbanken, Berechtigungen und Backups für Homepage und Moodle einrichten
  5. Microsoft-Plugin installieren und Moodle über das PowerShell-Skript im Microsoft-Admin-Center registrieren
  6. Single Sign-On und OneDrive-Zugriff testen
  7. LehrerInnen erhalten vor Schulstart Zugang zur Kursvorbereitung
  8. SchülerInnen melden sich zum Schulstart mit ihren Microsoft-Zugangsdaten an
  9. Betrieb in der Startphase beobachten und Last, Speicherbedarf und Backup-Größe regelmäßig prüfen